Tööö, Jääär, Kuuuurija

Freitag, 29.08.2014

In den ersten drei Tagen wird für alle internationalen Studenten ein Orientierungskurs angeboten, bei dem einem dann alles zu Estland, Tartu, Universität, Gesundheitssystem, Registrierungssystem für Kurse und viel mehr erzählt wird. Das meiste hab ich natürlich schon wieder vergessen, aber dank moderner Technologie, wird aber alles online hochgeladen und man kann es sich später anschauen. Bekommen haben wir auch eine „Welcome Bag“ mit allerlei Inhalt. Natürlich noch mehr Karten und Touristeninformationen über Tartu, aber auch eine estnische Sim Karte fürs Handy, sehr praktisch, dazu einen Reflektor, den man an der Kleidung befestigen muss, wenn es dunkel ist oder schlechte Sicht herrscht. Ich fühl mich ja schon ein bisschen wie im Kindergarten, aber sollte man ohne Reflektor erwischt werden, ist man schnell 40€ los. 

Welcome Bag Reflektor

Die ersten estnischen Wörter wurden uns auch schon beigebracht. Dabei wollte man uns besonders davon überzeugen, dass estnisch gar nicht so schwer ist.

Wörter wie Tööö (Nachtarbeit), Jääär (Eiskante) und Kuuuurija (Mondforscher) werden tatsächlich genauso ausgesprochen, wie sie da stehen. Inwieweit ich diese sicherlich einfachen Vokabeln jedoch im Alltag nutzen kann, muss ich noch herausfinden.

Um uns auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen, wurden uns auch noch andere Beispiele präsentiert: Kõueööaimdus, Hauaööõudused, Jõeäärne õueaiamaa. Es gibt keine Wörter im Deutschen dafür, ungefähr bedeutet es so viel wie: das Gefühl vor einer Gewitternacht, der Schrecken, den man Nachts auf dem Friedhof empfindet und Garten am Fluss. Aber auch hier besteht die Hoffnung, dass ich ohne diese Vokabeln auskommen werde.

Gut zu merken sind aber die Farben der estnischen Fahne, wenn man sich folgendes Bild anschaut:

Blau, Schwarz, Weiß, quasu direkt von der Natur Estlands abgeguckt. Ich hoffe, dass ich dieses Bild dann auch mal in Echt erleben kann, bisher ist der Himmel eher grau und alles andere nass.

Am Abend gabs dann noch einen organisierten Pub Crawl, also eine Kneipentour durch Tartu. Alles ganz nett, aber sobald die ersten Kennenlernspielchen gespielt werden sollten, hab ich mich mit ein paar anderen von der Gruppe entfernt und wir haben unsere eigene Kneipentour gestartet. Das war wesentlich amüsanter und komunikativer. Gestrandet sind wir schließlich im Püssirohukelder (zu deutsch Pulverkeller). Dort wurden gleich die nächsten Vokabeln gelernt. Ein Bier kann ich jetzt zumindest schon mal bestellen: õlu palun.